Es melden sich immer mal Menschen mit Misophonie,dem „Hass auf Geräusche“, welches auch als selektive Geräuschintoleranz bezeichnet wird. Räuspern, Atemgeräusche, Essen werden als massiv störend und mit starker Aggression erlebt. Meist machen sich die anderen Familienangehörigen darüber lustig und/oder nehmen besonders viel Rücksicht auf diesen Menschen mit Misophonie.

Nun gibt es einige aktuelle Studien, die im funktionalem MRT belegen sollen, dass im vorderen Inselkortex eine erhöhte Aktivität stattfindet. Spektrum.de setzt sich am 09.02.17 eher kritisch mit diesen Studien auseinander, als eine der wenigen. Das Ärzteblatt.de vom 07.02.17 zitiert lediglich diese Studien, ebenso wie GEO 05/17.

Im Inselkortex werden Sinneseindrücke mit Emotionen verknüpft und im fMRT werden offenbar die Gehirnbereiche für Angst und Ekel aktiviert, die zentralen Emotionen bei Misophonie. Olana Tansley-Hancock, eine Forscherin, die seit dem 7. LJ ebenfalls an Misophonie leidet, gibt an, dass Alkohol und Koffein die Symptome verschlimmern würden. Sie sgat, dass sie mit Ohrstöpseln und „Synchronkauen“ sich im Alltag zu helfen weiß.

Meine Erfahrung ist, dass die Menschen mit Misophonie am meisten unter ihren Aggressionen leiden und das deren Ziel mehr Gelassenheit ist. Da Misophonie meistens in der Kindheit entsteht und in der Pubertät das erste mal behandlungsrelevant wird, liegt natürlich nahe, dass Misophonie viel mit Abgrenzung gegenüber den Eltern zu tun hat. Angst, Ekel und Aggressionen schaffen Distanz und sind die Gefühle par excellence, wenn jemand unsere Grenzen verletzt, sie stellen also eine natürliche Reaktion dar. Da ich bisher nur Frauen, bzw weibliche Heranwachsende, mit Misophonie kenne, vermute ich, das Misophonie eine gesellschaftlich nicht sanktionierte, tolerierte Form der Abgrenzung und Aggression von Frauen zu sein scheint.

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