Nahtoderfahrungen (NTE)

Es ist ein sehr interessantes Thema, welches sehr kontrovers diskutiert wird. Ein Verfechter des „Endloses Bewusstsein“ ist der niederländische Kardiologe Pim van Lommel. Er sieht den Körper wie ein Radiogerät, welches die Radiowellen, die ja dauernd um uns herum sind, erst hörbar machen. Das Bewusstsein ist also die Radiowelle in diesem Vergleich. Er erzählt auch, wie er als Kardiologe mehr und mehr zu dieser Wahrnehmung kam, da er sehr viele Patienten mit NTE berufsbedingt kennenlernte. An der Universität sei nie darüber geredet worden.

Ich frage mich allerdings, wann diese NTE anfangen oder enden.
Ich kenne einen Patienten, der als kleiner Junge einen Unfall hatte mit Hirnblutungen. Er konnte hinterher seinen Eltern beschreiben, in welchem Raum sie auf ihn bei der OP gewartet hatten, obwohl er nie dort drin gewesen sei.
Ein ärztlicher Kollege beschrieb seine NTE als etwas sehr friedliches, fast schon verführerisches, verlockendes, einfach „hinüber zu gehen“ in ein helles Licht.
Eine Frau, die als Kind mal fast ertrunken war, erzählte, dass das Leben an ihr vorübergezogen sei, welches sie bis dahin hatte. Eine andere Klientin, die sich erinnerte, wie ihre Mutter sie abtreiben und später nach der Geburt ertränken wollte, und ihre Mutter mit dieser Erinnerung konfrontierte, die es nicht abstritt, hatte eine fortwährende große Sehnsucht „nach Hause zu kommen“, während sie als Kind in den Himmel schaute.

Als Psychologin ist es mir relativ egal, welche medizinischen oder biochemischen Gründe für oder gegen NTE sprechen, als Psychologin arbeite ich mit dem, wie es meine Klienten erlebt haben, denn das ist ihre Realität. Man kann niemandem seine Gefühle absprechen, dass wäre unsinnig, grenzüberschreitend und unproduktiv.
Für mich ist es wichtig, gemeinsam mit dem Klienten seinen ggf abgespaltenen Anteil, der von oben herunter schaut, wieder zu integrieren, dass ist absolut wichtig zur Heilung.

Über die Teile-Arbeit, oder hypnotherapeutisch Ego-State-Therapie, werde ich nochmal an anderer Stelle berichten.

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Hypnose statt Narkose? Quatsch!

Kürzlich hatte Herr Professor Dr. Ernil Hansen eine Anfrage vom Hessischen Rundfunk bezüglich einer Filmaufnahme bei einer OP in der Hypnose STATT Narkose angewendet wird.
Seine Antwort darf ich hier als Gastbeitrag veröffentlichen.

„Hallo,
klare Antwort: ich halte Operationen unter Hypnose STATT Allgemeinanästhesie für unsinnig. Das funktioniert zwar, hat aber keine Indikation, weil Narkosen inzwischen so verträglich und sicher sind. Dasselbe gilt für Lokalanästhesie (s. Zahnärzte). Sinnvoll ist es , diese Verfahren mit Hypnose zu ergänzen (s.a. mein Interview unter http://www.hypnose.de). Auch Marie-Elisabeth Faymonville, Lüttich lehnt es regelmäßig ab, Operationen unter Hypnose filmen zu lassen. Ihre „Hypnosedation“ z.B. bei Schilddrüsenoperationen ist eine (höchst sinnvolle) Kombination aus Lokalanästhesie, Hypnose, Analgetika und Sedativa (Diese Tatsache wurde in der kürzlichen arte-Dokumentation wieder einmal verschwiegen).
Wenn Sie also einen Arzt in Hessen finden, wo Sie eine Operation unter Hypnose filmen können, dann nennen Sie ihn mir bitte, damit ich ihn von dem unsinnigen Vorhaben abbringen kann.
Denn dieser leider so typische Sensationsjournalismus über Hypnose behindert erheblich die Rückführung der Hypnose in die Medizin, für die ich und andere sich so einsetzen. Außerdem erleiden Patienten auch z.B. einmal einen Herzinfarkt, auch während einer Narkose oder im Zahnarztstuhl. Bei einer Klage wird sich kein Richter finden, der Verständnis dafür hat,dass man nicht das Bewährte und heute oft in Leitlinien festgelegt, the state of the art, angewendet hat, sondern ohne begründbare Indikation etwas „Alternatives“.
Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr.med. Dr.rer.nat.
Ernil Hansen
Universitätsklinikum Regensburg“

Emetophobie

Emetophobie (spezifische Phobie) ist die Angst vor dem Erbrechen, bei sich selbst oder bei anderen Menschen, aber auch bei Tieren. Geräusche, Gerüche oder das Wissen um Magen- Darmgrippe in der Schule oder Familie und „Sauforgien“ auf Parties kann Auslöser sein.

Meistens beginnt sie im Kindesalter und kann sich mit dem Älterwerden steigern, oft begleitet mit Zwangshandlunglungen und/oder -gedanken. Die Emetophobie bei Kindern ist relativ gut behandelbar. Je länger sie dauert, desto langwieriger wird die Behandlung und die Prognose schlechter. Bisher hatte ich einen Jungen und mehrere Mädchen und Frauen in Behandlung, ob das Geschlechterverhältnis repräsentativ ist, weiß ich nicht. Ich denke, die Dunkelziffer bei Jungen oder Männern mit Emetophobie ist hoch, weil es zudem sehr schambesetzt ist. Daher stellen sich durchaus auch ältere Frauen mit Emetophobie vor, die noch nie zuvor darüber gesprochen hatten, geschweige denn eine Behandlung in Anspruch genommen hatten.

Das interessante ist, dass ein Artikel von 2017 Emetophobie bei Kindern als sehr selten beschreibt d.h. auch sehr selten dokumentiert ist, benannt wurden 2 Fälle in der Pädiatrie. in einem besagten Fall handelte es sich um eine versteckte Essstörung, die den Wunsch des Jungen zeigte, noch dünner sein zu wollen. Als Anorexie wurde es jedoch nicht bezeichnet. In einem anderen beschriebenen Fall war der Vater Alkoholiker und der Junge mit ihm allein, als der Vater sich übergab und im eingenen Erbrochenem lag und der Junge absolut hilflos war.

Die Ekelneigung und -empfindlichkeit ist allerdings ein wesentlicher Bestandteil der Emetophobie. Die häufigsten komorbiden Erkrankungen sind laut einer Studie von 2015: generalisierte Angststörungen, Panikstörungen, Hypochondriasis und Zwangsstörungen. Eine genaue Diagnostizierung und Behandlung der komorbiden Erkrankung ist wesentlich.

Es findet sich im Prinzip in jeder Geschichte ein Auslöser: meist ein heftiges Erbrechen nach einer Lebensmittelvergiftung oder Magen-/Darmgrippe oder akuter Appendizitis in der Kindheit. Dann entsteht eine Angst, sich wieder erbrechen zu müssen, oder Familienangehörige oder Kindergarten- oder Schulkameraden, dann sich in der Öffentlichkeit übergeben zu müssen usw.  Das „Kopfkino“ spielt dabei eine große Rolle. Vermeidung hilft gar nicht.

Es gibt bisher keine Leitlinie für die Behandlung, weder von der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) noch von der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde).

 

umträinierte Linkshändigkeit

Immer mal wieder fällt mir auf, dass Klienten von mir viel mit der linken Hand gestikulieren oder spontane Greifbewegungen machen aber mit der rechten Hand schreiben. Wenn ich es anspreche sagen manche, dass sie eher beidhändig begabt sind, manche Dinge mit links, manche mit rechts tun. Manche sind erstaunt und überrascht, weil sie das noch nie bemerkt haben und ein Drittel sagt, dass sie früher mit links geschrieben haben, aber sich selbst umtrainiert haben oder (je nach Alter) gedrillt worden sind, mit der rechten Hand zu schreiben.

Heute gilt das Umtrainieren von Links auf Rechts als Körperverletzung, weil es ein massiver Eingriff, nicht nur in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen darstellt, sondern, in das Gehirn an sich – ohne Skalpell. Weil die dominante Gehirnhälfte, die bei Rechtshändern links ist und bei Linkshändern rechts, zur Ruhe gezwungen wird und die nicht-dominante Gehirnhälfte wird gezwungen, die Regie zu übernehmen. So entsteht ein „Knoten im Gehirn“ (Buchtitel von Johanna Barbara Sattler), der zu Sprachstörungen, Stottern, Legasthenie, Bettnässen, Schlafstörungen, Ungeschicklichkeit, Entscheidungsschwierigkeiten und Konzentrationsstörungen führen kann. Derealisationsgefühle oder Dissoziationsgefühle wurden auch berichtet. Wenn der selbst- oder zwangs- umgeschulte Linkshänder dann wieder mit links schreiben lernt, löst sich nach und nach der Schleier, die oben aufgeführten Symptome verändern oder vermindern sich. Solch eine Um-Umschulung sollte vorher geprüft werden und z.B. von einer spezialisierten Ergotherapeutin begleitet werden. Bis 50 Jahre ist solch ein Prozess sinnvoll, später eher nicht.

Es werden viele Gründe für Linkshändigkeit vermutet – nebenbei bemerkt, kommt sie auch im Tierreich vor – eine Erkenntnis ist, dass es unter Zwillingen sogenannte „Spieglezwillinge“ gibt, bei dem der eine rechts und der andere linkshändig ist. Wenn sie z.B. beim Essen gegenübersitzen, entsteht nicht nur für Außenstehende der Eindruck, jemand säße vor einem Spiegel. Dieses Phänomen soll in der frühen Anlage ca. in der 8. Schwangerschaftswoche entstehen. So wird vermutet, dass es einen frühen Tod des (Rechtshänder-)Zwillings gab, wenn ein Linkshänder geboren wird. Manche sagen 12% der Menschen seien Linkshänder, andere sagen, die Wahrscheinlichkeit läge bei 50%, 38% wüssten es nur nicht.