Synästhesie ist eine Verbindung innerhalb der Sinne.
Jemand mit Synästhesie kann Musik nicht nur hören, sondern sieht dabei Farben, fühlt es körperlich mit körperlichen Sensationen oder hat ein Geschmack dabei.
Oder Zahlen haben eine bestimmte Farbe und es tut körperlich weh, wenn diese Zahl in einer anderen Farbe repräsentiert wird. Synästhesien variieren von Mensch zu Mensch und auch bei Menschen mit Synästhesien von Tag zu Tag.

Zu diesem Bereich ist wenig erforscht. Es gibt vermutlich bis zu 63 verschiedene Arten der Synästhesien. Lange galt es als pathologische Wahrnehmungsstörung, im Dritten Reich kamen Menschen mit Synästhesien sogar ins KZ. Heutzutage gilt es einfach als Phänomen, das manche Menschen haben und wird meistens als Bereicherung erlebt. Die Genetik spielt dabei wohl eine Rolle, also oft hat es auch ein Elternteil.

Manchmal sind Synästhesien aber auch belastend, wenn z.B. Gerüche als laut empfunden werden und wenn z.B. Eltern, Angehörige oder Lehrer mit der Sprache von Kindern mit Synästhesien nicht klar kommen und sie immer wieder verbessern, wie es „in richtigem Deutsch“ heißt. Weil das Kind mit Synästhesien automatisch sagt „es riecht so laut“ – während es sich die Ohren zuhält.

Menschen mit einer Diagnose aus dem Autismus-Spektrum haben dieses Phänomen der Synästhesie 3-4 mal häufiger als andere. In Kunsthochschulen sind Synästhesien ebenso häufiger anzutreffen. Hochbegabung und Hypersensibilität geht ebenfalls mit Synästhesien einher.
Von daher wundert es kaum, dass viele bekannte Menschen mit Synästhesien Maler oder Musiker waren:

Wassily Kandinsky (1866-1944)
Franz Liszt (1811-1886)
Jean Sibelius (1865-1957)
und auch Johann Wolfgang Goethe (1749-1832).

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