Hypnose statt Narkose? Quatsch!

Kürzlich hatte Herr Professor Dr. Ernil Hansen eine Anfrage vom Hessischen Rundfunk bezüglich einer Filmaufnahme bei einer OP in der Hypnose STATT Narkose angewendet wird.
Seine Antwort darf ich hier als Gastbeitrag veröffentlichen.

„Hallo,
klare Antwort: ich halte Operationen unter Hypnose STATT Allgemeinanästhesie für unsinnig. Das funktioniert zwar, hat aber keine Indikation, weil Narkosen inzwischen so verträglich und sicher sind. Dasselbe gilt für Lokalanästhesie (s. Zahnärzte). Sinnvoll ist es , diese Verfahren mit Hypnose zu ergänzen (s.a. mein Interview unter http://www.hypnose.de). Auch Marie-Elisabeth Faymonville, Lüttich lehnt es regelmäßig ab, Operationen unter Hypnose filmen zu lassen. Ihre „Hypnosedation“ z.B. bei Schilddrüsenoperationen ist eine (höchst sinnvolle) Kombination aus Lokalanästhesie, Hypnose, Analgetika und Sedativa (Diese Tatsache wurde in der kürzlichen arte-Dokumentation wieder einmal verschwiegen).
Wenn Sie also einen Arzt in Hessen finden, wo Sie eine Operation unter Hypnose filmen können, dann nennen Sie ihn mir bitte, damit ich ihn von dem unsinnigen Vorhaben abbringen kann.
Denn dieser leider so typische Sensationsjournalismus über Hypnose behindert erheblich die Rückführung der Hypnose in die Medizin, für die ich und andere sich so einsetzen. Außerdem erleiden Patienten auch z.B. einmal einen Herzinfarkt, auch während einer Narkose oder im Zahnarztstuhl. Bei einer Klage wird sich kein Richter finden, der Verständnis dafür hat,dass man nicht das Bewährte und heute oft in Leitlinien festgelegt, the state of the art, angewendet hat, sondern ohne begründbare Indikation etwas „Alternatives“.
Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr.med. Dr.rer.nat.
Ernil Hansen
Universitätsklinikum Regensburg“

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