umträinierte Linkshändigkeit

Immer mal wieder fällt mir auf, dass Klienten von mir viel mit der linken Hand gestikulieren oder spontane Greifbewegungen machen aber mit der rechten Hand schreiben. Wenn ich es anspreche sagen manche, dass sie eher beidhändig begabt sind, manche Dinge mit links, manche mit rechts tun. Manche sind erstaunt und überrascht, weil sie das noch nie bemerkt haben und ein Drittel sagt, dass sie früher mit links geschrieben haben, aber sich selbst umtrainiert haben oder (je nach Alter) gedrillt worden sind, mit der rechten Hand zu schreiben.

Heute gilt das Umtrainieren von Links auf Rechts als Körperverletzung, weil es ein massiver Eingriff, nicht nur in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen darstellt, sondern, in das Gehirn an sich – ohne Skalpell. Weil die dominante Gehirnhälfte, die bei Rechtshändern links ist und bei Linkshändern rechts, zur Ruhe gezwungen wird und die nicht-dominante Gehirnhälfte wird gezwungen, die Regie zu übernehmen. So entsteht ein „Knoten im Gehirn“ (Buchtitel von Johanna Barbara Sattler), der zu Sprachstörungen, Stottern, Legasthenie, Bettnässen, Schlafstörungen, Ungeschicklichkeit, Entscheidungsschwierigkeiten und Konzentrationsstörungen führen kann. Derealisationsgefühle oder Dissoziationsgefühle wurden auch berichtet. Wenn der selbst- oder zwangs- umgeschulte Linkshänder dann wieder mit rechts schreibt, löst sich nach und nach der Schleier, die oben aufgeführten Symptome verändern oder vermindern sich. Solch eine Um-Umschulung sollte vorher geprüft werden und z.B. von einer spezialisierten Ergotherapeutin begleitet werden. Bis 50 Jahre ist solch ein Prozess sinnvoll, später eher nicht.

Es werden viele Gründe für Linkshändigkeit vermutet – nebenbei bemerkt, kommt sie auch im Tierreich vor – eine Erkenntnis ist, dass es unter Zwillingen sogenannte „Spieglezwillinge“ gibt, bei dem der eine rechts und der andere linkshändig ist. Wenn sie z.B. beim Essen gegenübersitzen, entsteht nicht nur für Außenstehende der Eindruck, jemand säße vor einem Spiegel. Dieses Phänomen soll in der frühen Anlage ca. in der 8. Schwangerschaftswoche entstehen. So wird vermutet, dass es einen frühen Tod des (Rechtshänder-)Zwillings gab, wenn ein Linkshänder geboren wird. Manche sagen 12% der Menschen seien Linkshänder, andere sagen, die Wahrscheinlichkeit läge bei 50%, 38% wüssten es nur nicht.

Selbstvertrauen – sich selbst trauen

Immer wieder fällt mir auf, wie sehr insbesondere Frauen verunsichert werden, bezüglich ihrer Wahrnehmung. Bei einigen fängt es offenbar mit Eintritt in die Schule an und bei anderen noch eher.

Interessant ist, dass Frauen trotzdem tief in ihrem Inneren wissen, was für sie richtig und stimmig ist, sie „fragen aber lieber noch mal nach“, ob das so richtig ist, um dann das zu tun, was der/die andere sagt und entfernen sich immer mehr von der eigenen inneren Wahrheit.

Mütter z.B. wissen oft intuitiv, was richtig ist für ihr Kind: Vorschule ja oder nein, mit der Einschulung warten oder nicht. Oder noch früher: soll ich jetzt eine Geburtseinleitung machen oder nicht oder soll ich noch warten oder nicht. Wenn der/die andere dann noch einen weißen Kittel trägt, wird die Aussage des anderen eher als „richtig“ anerkannt und vor das eigene Gefühl gestellt. Wenn es dann nicht optimal läuft, hadern Frauen mit sich selbst „hab ich doch gewusst…“ oder „hätte ich man bloß…“

Selbstvertrauen zu haben, heißt auch, Selbstverantwortung zu übernehmen.

Wo fühlen Sie sich im Einklang mit sich selbst?
Wo, wobei finden Sie, wie = auf welche Weise, in Ihre Kraft?
Woran erkennen Sie, dass Sie in Ihrer Kraft sind?
Wo genau in Ihrem Körper spüren Sie das?
Wie fühlt es sich an, wenn Sie sich wieder mehr (ver)trauen?