Traumatische Geburtserfahrungen

Jede Geburt ist potentiell traumatisch.
Sowohl die eigene Geburt, die wir alle erlebt haben, als auch die Geburt unserer Kinder. Manchmal sogar beide Erfahrungen.
Die traumatische Reaktion bzw das Trauma liegt nicht im Ereignis, sondern wie unser Nervensystem darauf reagiert. Diese Reaktion ist angeboren und können wir nicht willentlich beeinflussen. Das sympthische Nervensystem (NS) aktiviert unseren Organismus, um zu kämpfen (fight) oder zu fliehen (flee). Wenn wir weder kämpfen noch fliehen können, kommt es zum Einfrieren (freeze) oder zum Kollaps. Kämpfen, fliehen oder Erstarrung ist eine angeborene, evolutionäre Überlebensstrategie des limbischen Systems, unseres Säugetiergehirns.
In der Geburtssituation können wir nicht fliehen und nur bedingt kämpfen, egal, ob wir bei der Geburt das Kind oder die Gebärende sind. Daher sollten die Geburtsumstände so angenehm wie möglich sein. Das wissen alle. Das wissen auch alle GeburtshelferInnen und doch kommt es manchmal ganz anders als erwartet und dann muss es schnell gehen. Dann wird auf die Bedürfnisse der werdenden Mutter kaum noch eingegangen. Da unser Körper ein Körpergedächtnis hat, bleiben diese Erinnerungsspuren in unserem Nervensystem gespeichert.
Daher hat Peter Levine das SE Somatic experiencing entwickelt und Sonia Gomes hat es mit der SOMA-Therapie ergänzt. Bei dieser Methode arbeiten wir mit den Erinnerungsspuren des Körpers und unterstützen ihn, sich selbst zu heilen.

Hierzu möchte ich gerne das Video von Peter Levine „Nature’s Lessons in Healing Trauma“ empfehlen https://www.youtube.com/watch?v=nmJDkzDMllc

*Bild: Mamandyou : mother earth

Dürfen Psychologen eine Behandlung ablehnen?

Ja.
Psychotherapie ist in erster Linie Bindungsarbeit, dafür ist die therapeutische Beziehung immens wichtig. So seh ich das! Es gibt Kollegen, die der Meinung sind, dass die therapeutische Beziehung nicht wichtig ist, sondern die angewandte Methode sei ausschlaggebend für eine erfolgreiche Behandlung.

Es gibt einige Klienten, die am Anfang Ängste haben, sie seien nur eine Nummer für die Therapeutin, und dann soll die therapeuthische Bindung nicht wichtig sein? Als Hypnosetherapeutin weiß ich, WIE wichtig die Chemie ist – von beiden Seiten her gesehen. Dafür haben kassenärztliche Therapeuten die sogenannten probatorischen Sitzungen, die dafür da sind, dass sich BEIDE Seiten für oder gegen die Behandlung aussprechen können.
Schon bei dem ersten Telefonat merke ich aus der Erfahrung heraus- und teilweise auch der Klient – ob es passt oder nicht. Schwieriger sind dabei Email-Anfragen, weil man da keinen direkten, zumindest telefonischen Kontakt hat, aber inzwischen weiß ich, dass allein die Emailadresse schon wichtige Hinweise gibt (Dazu werde ich noch extra schreiben).

D. Ewin hat vom sogenannten Pilo-Arrektor-Test gesprochen: Wenn dem Therapeuten bei einem Klienten die Nackenhaare zu Berge stehen, sollte er bei diesem Klienten keine Hypnose machen. Was lustig klingt ist sehr wichtig. Jeder Therapeut sollte so ehrlich zu sich und seinem (Nicht)Klienten sein und eine Behandlung ggf ablehnen.

Selbstvertrauen – sich selbst trauen

Immer wieder fällt mir auf, wie sehr insbesondere Frauen verunsichert werden, bezüglich ihrer Wahrnehmung. Bei einigen fängt es offenbar mit Eintritt in die Schule an und bei anderen noch eher.

Interessant ist, dass Frauen trotzdem tief in ihrem Inneren wissen, was für sie richtig und stimmig ist, sie „fragen aber lieber noch mal nach“, ob das so richtig ist, um dann das zu tun, was der/die andere sagt und entfernen sich immer mehr von der eigenen inneren Wahrheit.

Mütter z.B. wissen oft intuitiv, was richtig ist für ihr Kind: Vorschule ja oder nein, mit der Einschulung warten oder nicht. Oder noch früher: soll ich jetzt eine Geburtseinleitung machen oder nicht oder soll ich noch warten oder nicht. Wenn der/die andere dann noch einen weißen Kittel trägt, wird die Aussage des anderen eher als „richtig“ anerkannt und vor das eigene Gefühl gestellt. Wenn es dann nicht optimal läuft, hadern Frauen mit sich selbst „hab ich doch gewusst…“ oder „hätte ich man bloß…“

Selbstvertrauen zu haben, heißt auch, Selbstverantwortung zu übernehmen.

Wo fühlen Sie sich im Einklang mit sich selbst?
Wo, wobei finden Sie, wie = auf welche Weise, in Ihre Kraft?
Woran erkennen Sie, dass Sie in Ihrer Kraft sind?
Wo genau in Ihrem Körper spüren Sie das?
Wie fühlt es sich an, wenn Sie sich wieder mehr (ver)trauen?