Menschlichkeit

„Das Maß unserer Menschlichkeit bestimmt sich wesentlich danach, inwieweit wir über Worte verfügen, die das Erleben und die Gefühlswelt von Menschen auszudrücken vermögen.“ E. Dreiermann
Unsere Menschlichkeit hat eine Dimension angenommen, die so unmenschlich ist, dass sie einem die Sprache verschlägt.

Ersthelfer, die Leben retten wollen, werden mit Steinen beworfen andere halten die Kamera drauf, um sie in die in gängigen Medien zu veröffentlichen, inzwischen nicht Mal mehr anonym.

Es wurden kürzlich zwei Frauen ausgezeichnet, die herausgefunden haben, wie in der DNA Teilabschnitte herausgeschnitten werden, dass keine Erbkrankheiten in Zukunft mehr sein müssten.

Mit einer seltsamen Erziehungsmethode, die sich ABA nennt, werden autistische Kinder durch klassische Konditionierung so dressiert, wie ein Hund, dem man Kunststücke beibringt, sich möglichst an die Gesellschaft anzupassen. Nein, der gute Wille entschädigt auch dieses unmenschliche Verhalten nicht.

Wenn die Stimme heiser geworden ist, ist es hilfreich, Unmenschliches beim Namen zu nennen. Und sei es, auf diese Art und Weise, wie in einem Blog. Wir dürfen nicht schweigen, wir müssen wieder mehr miteinander sprechen.

Ich wünsche (uns) allen ein schönes Weihnachtsfest und einen ruhigen Jahreswechsel.

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Traumatische Geburtserfahrungen

Jede Geburt ist potentiell traumatisch.
Sowohl die eigene Geburt, die wir alle erlebt haben, als auch die Geburt unserer Kinder. Manchmal sogar beide Erfahrungen.
Die traumatische Reaktion bzw das Trauma liegt nicht im Ereignis, sondern wie unser Nervensystem darauf reagiert. Diese Reaktion ist angeboren und können wir nicht willentlich beeinflussen. Das sympthische Nervensystem (NS) aktiviert unseren Organismus, um zu kämpfen (fight) oder zu fliehen (flee). Wenn wir weder kämpfen noch fliehen können, kommt es zum Einfrieren (freeze) oder zum Kollaps. Kämpfen, fliehen oder Erstarrung ist eine angeborene, evolutionäre Überlebensstrategie des limbischen Systems, unseres Säugetiergehirns.
In der Geburtssituation können wir nicht fliehen und nur bedingt kämpfen, egal, ob wir bei der Geburt das Kind oder die Gebärende sind. Daher sollten die Geburtsumstände so angenehm wie möglich sein. Das wissen alle. Das wissen auch alle GeburtshelferInnen und doch kommt es manchmal ganz anders als erwartet und dann muss es schnell gehen. Dann wird auf die Bedürfnisse der werdenden Mutter kaum noch eingegangen. Da unser Körper ein Körpergedächtnis hat, bleiben diese Erinnerungsspuren in unserem Nervensystem gespeichert.
Daher hat Peter Levine das SE Somatic experiencing entwickelt und Sonia Gomes hat es mit der SOMA-Therapie ergänzt. Bei dieser Methode arbeiten wir mit den Erinnerungsspuren des Körpers und unterstützen ihn, sich selbst zu heilen.

Hierzu möchte ich gerne das Video von Peter Levine „Nature’s Lessons in Healing Trauma“ empfehlen https://www.youtube.com/watch?v=nmJDkzDMllc

*Bild: Mamandyou : mother earth